Im Herbst 1989 war Hof das Ziel Hunderttausender DDR-Bürger. Zwischen Plauen und Görlitz machten sich im November und Dezember täglich Menschen auf den Weg, die nach dem Fall der Mauer einfach mal rüber wollten in den Westen. „Nie in meinem Leben werde ich den freundlichen Empfang in Hof vergessen.“, sagt Markus Rindt, heute Intendant der Dresdner Sinfoniker. „Es waren unglaubliche Szenen. Bei klirrender Kälte standen die Besucher schon ab Mitternacht vor der Stadtkasse und wollten ihr Begrüßungsgeld, die 100 DM pro Person, abholen.“ Dieter Döhla, Oberbürgermeister a.D. der Stadt Hof: „Hof hat unglaubliche Monate erlebt. Keiner von uns hat auf die Uhr geschaut, jeder hat angepackt, wir wollten den DDR-Bürgern einfach einen schönen Empfang bereiten.“ Die Reportage beschreibt den Ausnahmezustand aus dem Blickwinkel der Hofer Bürgerinnen und Bürger, erinnert an die „Trabi-Kolonnen“, Notunterkünfte und leergefegten Regale in Kaufhäusern und Geschäften einer völlig überfüllten Grenzstadt.