a2016 Das Tor zum Westen

DOKUMENTARFILM (2009, 30 Min.)
Regie: Sven Böttger

13. November 2016

Central Kino / Hof

© Karl-Heinz Kubik
Im Herbst 1989 war Hof, die oberfränkische Stadt gleich hinter der deutsch-deutschen Grenze, das Ziel Hunderttausender DDR-Bürger. Zwischen Plauen und Görlitz machten sich im November und Dezember täglich Menschen auf den Weg, die nach dem Fall der Mauer einfach mal rüber wollten in den Westen. „Nie in meinem Leben werde ich den freundlichen Empfang in Hof vergessen“, sagt Markus Rindt, heute Intendant und künstlerischer Leiter der Dresdner Sinfoniker. „Es waren unglaubliche Szenen. Bei klirrender Kälte standen die Besucher schon ab Mitternacht vor der Stadtkasse und wollten ihr Begrüßungsgeld, die 100 Deutsche Mark pro Person, abholen.“ Dieter Döhla, Oberbürgermeister a.D. der Stadt Hof, hat die Zeit nach dem Fall der Mauer noch genau vor Augen. „Hof hat unglaubliche Monate erlebt. Keiner von uns hat auf die Uhr geschaut, jeder hat angepackt, wir wollten den DDR-Bürgern einfach einen schönen Empfang bereiten.“ Die Reportage beschreibt den Ausnahmezustand aus dem Blickwinkel der Hofer Bürger, erinnert an „Trabi-Kolonnen“, Notunterkünfte und leergefegte Regale in Kaufhäusern und Geschäften einer völlig überfüllten Grenzstadt.

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Sven Böttger
Autor und Regisseur
Dieter Döhla
Oberbürgermeister a.D. der Stadt Hof