Liebe Festivalbesucherinnen und Festivalbesucher!
Die vier Jahrzehnte der deutschen Teilung stecken voller Geschichten, die uns als Fernseh- und Kinozuschauer bis heute fesseln, die uns empören, traurig machen, aber auch von Hoffnung erzählen und von Menschen, die in schwieriger Zeit mutig, offen und engagiert waren.
Plauen und Hof haben unter der deutschen Teilung besonders gelitten: Beide Städte gerieten in eine Randlage – mit der Wiedervereinigung sind sie beide wieder in die Mitte gerückt. Für ein Festival, das mit seinen Filmen die von der Teilung verursachten Geschichten erzählt, sind sie genau die richtigen Ausrichter.
Mehr noch: Der 9. Oktober ist hier nicht nur mit der großen Leipziger Demonstration im Revolutionsherbst 1989 verbunden, sondern auch mit der Begründung der Städtepartnerschaft Plauen-Hof im Jahr 1987. Nicht zuletzt ist Plauen die Stadt der Friedlichen Revolution, denn hier fand bereits am 7. Oktober 1989 die erste Massendemonstration gegen die SED-Diktatur statt, die von der Polizei nicht mehr aufgelöst werden konnte.
Seitdem sind 30 Jahre vergangen, aber der Stoff für deutsch-deutsche Filmgeschichten geht noch immer nicht aus. Ich danke den Städten Plauen und Hof, dass sie ihnen seit 10 Jahren ein Forum bieten, und insbesondere den Machern des Festivals, die einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung dieser sächsisch-bayerischen Städtepartnerschaft leisten. Ich wünsche den Filmtagen für das nächste Jahrzehnt weiterhin guten Publikumserfolg und allen Zuschauern spannende Kinoerlebnisse.
Michael Kretschmer
Ministerpräsident des Freistaates Sachsen
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