Die Familie

DOKUMENTARFILM (2013, 92 Min.)
16. November 2015

Central Kino / Hof

17. November 2015

Capitol Kino / Plauen

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„Zwei Jahre auf Bewährung. Für einen Todesschützen. Das ist doch was!?“ Mit diesen Worten werden die Kinobesucher von Irmgard B., einer der Protagonistinnen und Mutter des 1986 erschossenen Sohnes aus dem heutigen Berlin, in den eindrucksvoll berührenden Film eingeführt. Hinterbliebene sind bei Unrechtstaten auch Opfer. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach ihrem Verlust leiden sie noch an dem Trauma. Der Film ist erschütternd, weil hier auf verschiedenen Ebenen Zeugnis abgelegt wird. So werden die Aussagen der Betroffenen oft in Kontrast zu den entsprechenden Formulierungen in den Stasiakten gesetzt, deren kaltes Bürokratendeutsch in diesem Kontext noch unerträglicher als gewöhnlich ist. Oberstaatsanwalt a.D. Jahntz erklärt, warum die Verfahren gegen die Todesschützen an der Grenze mit solch unbefriedigenden Urteilen endeten. Schließlich gelingt eine Begegnung zwischen einem Todesschützen und dem Sohn seines Opfers – und dieser erstaunliche Dialog bildet den Höhepunkt des Films.

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Stefan Weinert
Redakteur