Bis zum Ende der DDR diffamieren die SED-Medien Fluchthilfeorganisationen als „kriminelle Schleuserbanden“. Fluchthilfe gilt als „Staatsfeindlicher Menschenhandel“. Dieses Propagandaklischee übernehmen zum Teil auch Medien im Westen. Wurden nach dem Mauerbau gelungene Fluchten noch offen mit Sympathie bedacht, passten organisierte Fluchten aus der DDR ab Ende der 60er Jahre nicht mehr in die Politik des „Wandels durch Annäherung“. Auch die zunehmende Kommerzialisierung und in Teilen Kriminalisierung der Fluchthilfe nach den deutsch-deutschen Verträgen Anfang der 70er Jahre bis zum Ende der DDR trugen zur Verdrängung bei. Anhand von ungewöhnlichen Lebenswegen soll den Beweggründen von Fluchthilfe an der Grenze zu Berlin-West, an der ehemaligen innerdeutschen Grenze oder an anderen Grenzen des Eisernen Vorhangs nachgegangen werden. Es waren junge Leute aus der Bundesrepublik und Berlin-West, Menschen wie Dr. Burkhart Veigel, Manfred Matthies, Volker G. Heinz oder Sigrid Grünewald, die dafür die eigene Freiheit oder sogar ihr Leben riskierten.